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MI.EKO BASECAMP Miekojärvi Swedish lapland

Warum der Name 8Seasons?

Leben am Polarkreis mit 33 Schlittenhunden

Hier im Norden sind Natur und Klima sehr extrem. 24 Stunden Tageslicht von Ende Mai bis Mitte August.

Ungefähr 4 Stunden Tageslicht von November bis Januar.

Plötzliche Temperaturschwankungen sind nichts Besonderes, es kann morgens -35 Grad sein und -5 Grad am Abend desselben Tages.

Es gilt gut vorbereitet zu sein.

Die Ureinwohner des Skandinavischen Nordens sind die Samen, Nomaden die früher den Rentieren gefolgt sind. Sie haben die allgemein bekannten vier Jahreszeiten in acht Jahreszeiten unterteilt. Nachdem wir ein Jahr in Lappland gelebt haben war uns auch klar warum.

Ich meine, wir haben mindestens 6 Monate lang Schnee, von November bis April. Jeder Monat hat seine eigene Atmosphäre, Tageslichtdauer, Besonderheiten – da braucht es einfach eine bessere Unterteilung.

Hier am Polarkreis fühlt es sich ganz natürlich an das Jahr in acht Jahreszeiten aufzuteilen.

Ich stelle dir die acht Jahreszeiten vor, aber erstmal ein paar Infos zu unserer Region.

Hier am Polarkreis fühlt es sich ganz natürlich an das Jahr in acht Jahreszeiten aufzuteilen.

Ich stelle dir die acht Jahreszeiten vor, aber erstmal ein paar Infos zu unserer Region.


Fakten über 66° nördliche Breite

In Schwedisch Lappland

  • Schnee von November bis April
  • Die Seen sind von Oktober bis Mitte Mai zu gefroren
  • Nur 4 Stunden Tageslicht (eine Art Tageslicht) von November bis Dezember
  • Mitternachtssonne Ende Juni
  • Die kältesten Temperaturen die ich erlebt habe: -46 Grad (Februar 2009)
  • Die wärmste Wassertemperatur, gemessen in unserem See Miekojärvi: +28 Grad (August 2018)

Aber was sind die acht Jahreszeiten und wie sieht unser tägliches Leben hier am Polarkreis aus?

Hier ist eine Übersicht über die acht Jahreszeiten zusammen mit dem lule-samischen Namen. Ich erkläre dir die Besonderheiten jeder Jahreszeit und erzähle wie unser Alltag mit den Hunden aussieht. Eine kurze Nennung von typischen Aktivitäten der Locals folgt sowie die Bedeutung der Jahreszeit für die Rentiere und Rentierbesitzer.

Wenn dich eine Jahreszeit besonders interessiert klicke einfach auf den passenden Namen unten in der Liste:


Herbst

Lass mich mit dem Herbst beginnen, dem Herbst von September bis Oktober. Aus unterschiedlichsten Gründen hat er eine große Bedeutung für mich. Zu allererst, wir starten mit dem Schlittenhundetraining – tattaataaa – wenn möglich am 01. September.

Die Hunde sind so voller Vorfreude wieder ziehen zu können. Sie explodieren fast vor Energie, rate mal wer noch…

Ich genieße die ersten wirklich dunklen Nächte, ein beruhigendes Gefühl den Mond und die Sterne wieder zu sehen (seit April). Und als wäre das nicht genug, sieht man die ersten Polarlichter tanzen.

Du kannst versuchen die Reflexionen der Polarlichter im See oder im Fluss mit der Kamera einzufangen, eine großartige Zeit für Photographen. Ich liebe diese Herausforderung. Und nicht zu vergessen die Herbstfarben der Wälder und die mystischen Morgende mit Nebelschwaden über Flüssen und Seen.

Du kannst richtig fühlen DER WINTER KOMMT BALD. Ich liebe dieses Gefühl.

Es ist auch die letzte Erntezeit des Jahres. Die Preiselbeeren sind im September reif, um gepflückt zu werden, die Elchjagd startet und die Rentierzüchter schlachten die unkastrierten Rentiere. So bekommen wir unser Fleisch für den Winter, wir jagen Elche oder kaufen Rentierfleisch von einem lokalen Sami.

Typische Aktivitäten im lappländischen Alltag
oder – Was machen die Locals?
  • Preiselbeeren pflücken
  • Elchjagd
  • Zeit der Rentierschlachtungen
  • Kartoffeln ernten

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Herbst-Winter

Nach dem Herbst kommt der Herbst–Winter im November und Dezember. Die Seen in unserer Region sind zugefroren und hoffentlich Schnee bedeckt. Die Schlittensaison kann beginnen.

Give me snow, give me dogs and you can keep the rest.
(Knud Rasmussen, polar explorer)

Seit wir am Polarkreis wohnen kann der November etwas herausfordernd sein, vor allem für einen Musher. Ich überprüfe ständig die Wettervorhersagen in der Hoffnung auf Neuschnee und auf fallende Temperaturen. Oftmals haben wir bei uns Zuhause in Miekojärvi im November nicht genug Schnee und ich mache mich auf die Suche nach besseren Schneebedingungen. Das bedeutet normalerweise noch weiter in den Norden zu fahren.

Die Tage werden kürzer und die Stirnlampe wird mein bester Freund.

November und Dezember sind intensive Trainingsmonate für das Rennteam. Jeder Hund möchte pro Monat insgesamt 700 – 1000 km laufen. Mehrtagestouren mit Übernachtungen draußen sind Normalität, drinnen in einem gemütlichen Bett zu schlafen eher die Ausnahme.

Typische Aktivitäten im lappländischen Alltag
oder – Was machen die Locals?

  • Schnee schaufeln
  • Gemütliche Abende vor dem Kamin verbringen
  • Ski fahren
  • Einige unserer Nachbarn fahren in sonnigere Regionen, um ihren Vitamin D Haushalt aufzufüllen
  • Auch Stricken wird wieder beliebter während dieser Zeit

Für die Rentierzüchter wird es Zeit ihre Herden zu ihren Winterweideplätzen in die Wälder oder an die Küste zu bringen. Dort können sie leichter Futter finden und sind besser gegen die harten Winde und kalten Temperaturen geschützt.

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Winter

Und was kommt nach Herbst–Winter? Ja, der richtige Winter von Dezember bis März. Das sind meine absoluten Lieblingsmonate. Wir sind mitten in der Schlittenhundesaison. Das bedeutet sehr lange Touren mit meinen besten Freunden. Ich kann wieder die meiste Zeit draußen sein und mit den Hunden versuchen alle Herausforderungen zu meistern.

Unsere Rennsaison startet normalerweise im Januar mit einem kürzeren Rennen über 250 km, gefolgt von dem Bergebylöpet über 500 km Anfang Februar. Das längste Rennen der Wintersaison startet Anfang März und geht über 1200 km, das Finnmarkslöpet in Nordnorwegen.

Januar ist der Winterwunderland- Monat. Die Bäume sind von einer dicken Schicht Schnee bedeckt, die Welt scheint in den Winterschlaf zu fallen. Das ist auch die Zeit der „blauen Stunde“, Photographen sind total verrückt danach. Ein wirklich magisches Phänomen.

Jeden Nachmittag, an klaren Tagen, gegen 14 Uhr und für ungefähr 15 Minuten gibt es ein Phänomen, das wir den „blauen Moment“ nennen können.

Alles, die schneebedeckte Landschaft, genauso wie der Himmel, erstrahlt in einem speziellen, magischen blauen Licht. Dieses Naturschauspiel gibt es nur in der Polarregion und kann nirgendwo sonst erlebt werden.

Jeden Nachmittag, an klaren Tagen, gegen 14 Uhr und für ungefähr 15 Minuten gibt es ein Phänomen, das wir den „blauen Moment“ nennen können. Alles, die schneebedeckte Landschaft, genauso wie der Himmel, erstrahlt in einem speziellen, magischen blauen Licht Dieses Naturschauspiel gibt es nur in der Polarregion und kann nirgendwo sonst erlebt werden.
Håkan Stenlund, Swedish Lapland

Die Rentiere werden im Winter genau überwacht. Die Rentierzüchter versichern sich, dass die Rentiere selbstständig ausreichend Futter finden. Ist das nicht der Fall, füttern sie zusätzlich Heu oder Kraftfutter.

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Frühlingswinter

März und April sind die Sonnenmonate des Winters. Ich bekomme meinen ersten Sonnenbrand und die Sonnen- oder Skibrillen sind ein ständiger Begleiter während der Sonnenstunden. Die Tage werden immer länger und die Sonne gewinnt an Kraft. Oft kannst Du im T-Shirt auf einem Rentierfell auf dem See sitzen und pimpeln (Eisfischen). Ein bisschen merkwürdig – aber so ist es hier oben.

Ich werde ein bisschen melancholisch, weil das Ende des Winters näher rückt. Versteh mich nicht falsch – ich mag das Gefühl des nahenden Frühlings… aber es wird immer klarer, dass der Winter bald zu Ende geht.

Die Hunde genießen die wärmer werdende Sonne ebenfalls, mitten am Tag ein Sonnenbad zu nehmen wird zur Lieblingsbeschäftigung. Morgens gegen 04:30 Uhr werden sie allerdings verrückt. Es ist bereits hell draußen und die Temperaturen noch schön niedrig. Die Hunde sind schon wach und wollen RENNEN.

Wenn wir Glück haben ist Frühlingswinter ebenfalls die Zeit der „Skare“. „Skare“ bezeichnet man eine sehr harte Schicht über der Schneedecke. Sie entsteht, wenn die oberste Schicht der Schneedecke durch direkte Sonneinstrahlung oder warme Luft antaut und dann wieder gefriert.

Perfekte Voraussetzungen für meine Hunde und mich, wir kommen mit unserem Schlittengespann einfach überall hin. Eine super Zeit für ein bisschen extra Training.

April ist auch der Monat, in dem wir anfangen Holz zu machen. Wir bestellen Birkenstämme, die wir dann zersägen, spalten und aufstapeln. Jedes Frühjahr ungefähr 45 Kubikmeter. Jeder ist herzlich willkommen zu helfen. Ein gratis Workout im Freien.

Typische Aktivitäten im lappländischen Alltag
oder – Was machen die Locals?
  • Eisangeln
  • Skitouren
  • Fjälltouren
  • Wer etwas im Sommer anpflanzen möchte sollte schon jetzt mit dem Vorziehen beginnen.

Die Sami beginnen die Rentierherden in die Sommerweidegebiete zurück zu bringen. Das sind lange und arbeitsreiche Tage und „Skare“ kann sehr hilfreich sein.

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Frühling

April und Mai sind die Frühlingsmonate in Lappland. Der Schnee ist fast geschmolzen, bei uns tauen die Flüsse und Seen schnell auf. Unser Haus – See ist allerdings bis Ende Mai noch zugefroren.

Das Training findet jetzt wieder mit dem ATV statt, eine Art „Arbeits-Quad“ und unser Trainingswagen für das Hundetraining. Überall ist es sehr matschig – aber den Hunden ist das egal.

Ich habe auch nichts gegen den Matsch einzuwenden, aber es ist immer ein bisschen traurig die Freiheit der schneebedeckten Landschaft einzubüßen.

Wann immer möglich versuche ich mit den Hunden in die Berge zu fahren – dort haben wir mindestens bis Ende Mai gute Schneebedingungen. Das Bergtraining ist für das Gespann sehr wichtig. Vor allem für die jungen Hunde die noch nie in den Bergen waren. Hier gibt es oft starke Winde und keinen Schutz durch Bäume – nur unendliche weiße Weite.

Wenn ich nicht mit den Hunden trainiere mache ich Feuerholz. Aufgrund der trockenen Luft und wenig Regen ist jetzt auch die Zeit für jede Art von Malerarbeiten.

Typische Aktivitäten im lappländischen Alltag
oder – Was machen die Locals?
  • Feuerholz machen
  • Gewächshäuser vorbereiten
  • Die letzten Ski- oder Schneemobil-Touren genießen

Die weiblichen Rentiere bekommen jetzt ihre Kälbchen.

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Frühling-Sommer

Der Juni ist der Frühling–Sommer Monat. 24 Stunden Tageslicht ist garantiert. Der Schnee ist Geschichte. Alles vibriert vor Lebensfreude. Mit den vielen Sonnenstunden und genug Wasser im Boden wachsen die Pflanzen wie verrückt und die wilden Tiere haben ihre Jungen bekommen.

Es fühlt sich wie die Wiedergeburt eines neuen Jahres an, wie ein richtiger Neubeginn. Ab jetzt gilt es sich für den nächsten Winter vorzubereiten – ein ewiger Kreislauf.

Nur die Hunde werden aufgrund von weniger Training und den hohen Temperaturen ruhiger. Sind die Temperaturen niedrig genug steht Training natürlich immer noch auf dem Plan. Dabei geht es jedoch eher darum Körper und Geist weiter zu beschäftigen und weniger um „wirkliches“ Training.

Instandhaltungsarbeiten stehen ganz oben auf der To-Do Liste, wie z.B. Reparaturen an den Hundehütten und Zwingeranlagen. Das Feuerholz ist eingelagert – also wird es Zeit für das nächste große Projekt – Fischen für die Hunde.

Ich lege Netze in unserem See aus um Fische wie Hecht, Barsch und Brassen zu fangen – vor allem sehr viele Brassen. Wir zerkleinern den Fisch mit einem großen Fleischwolf und frieren alles ein. Neben Rind, Hühnchen und Trockenfutter ist das eine super Futterergänzung für den Sommer.

Typische Aktivitäten im lappländischen Alltag
oder – Was machen die Locals?
  • Alle Arten von Bootstouren – Fischerboot, Kanu, Kajak
  • Mittsommer feiern Ende Juni
  • Fischen
  • Gartenarbeit

Die Rentiere sind zurück in den Bergen. Die Kälbchen wachsen und alle genießen glücklich und zufrieden die Zeit vor den Mücken.

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Sommer

Ende Juni und Juli sind die Sommermonate, 24 Stunden Sonnenschein und strahlende Grüntöne in den verschiedensten Nuancen sobald man das Haus verlässt. Wir sind sehr dankbar für die Lage unseres Kennels, gelegen auf einer Halbinsel im See Miekojärvi.

Der See ist einer der größten in Schwedisch Lappland, von Norden nach Süden misst er 18 km, deshalb haben wir oft eine leichte Brise. Die Mücken mögen keinen Wind.

Die Hunde genießen die Sommerpause mit ausgiebigen Sonnenbädern, Schwimmen und Freilauf in unserem 3500 qm grossem Hunde-Spielparadies.

Typische Aktivitäten im lappländischen Alltag
oder – Was machen die Locals?
  • Viele Bootstouren
  • Fischen
  • Das Gold Lapplands pflücken – die Moltebeeren
  • Gartenarbeit

Die Rentiere versuchen in den Bergen windige Plätze zu finden, um sich vor den Mücken zu schützen. Für die Rentierzüchter ist es eine arbeitsreiche Zeit, da sie ihre Kälber markieren müssen. Jede Familie hat ihr eigenes Zeichen und die Kälbermarkierung hat eine sehr lange Tradition.

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Herbst-Sommer

August ist der Monat des Herbst–Sommers. Die Nächte werden kälter, die Tage kürzer und manchmal haben wir schon nachts bereits Minustemperaturen.

Jetzt ist Erntezeit. Blaubeeren sammeln und Pilze pflücken ins angesagt. Durch den intensiven Sommer sind die Beeren hier im Norden reich an Antioxidantien, Mineralien und Vitaminen.

Die Hunde werden langsam wieder munter, das Herbsttraining rückt näher. Sie wollen wieder rennen und ziehen. Ich bringe das Trainingsmaterial ein letztes Mal auf Vordermann und gehe sicher, dass wir genug Booties (Hundesocken) für das Training auf den Waldwegen haben.

Typische Aktivitäten im lappländischen Alltag
oder – Was machen die Locals?
  • Blaubeeren und Pilze sammeln
  • Noch mehr fischen
  • Gemüse ernten

Die Rentiere und Elche versuchen so viel wie möglich zu essen, um sich auf den langen Winter vorzubereiten. Sie lieben Pilze, die sind reich an Proteinen.


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