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8seasonshuskies, schlittenhunde im Norden

Drei Huskies ziehen in den Süden

Ein Jahr ist es nun her, dass unsere Firma Insolvenz anmelden musste. Anfang Juni letzten Jahres war die Versteigerung der Insolvenzmasse. Ich weiß noch genau, wie Johanna, Mona und ich im Garten saßen und den Käufern dabei zusehen mussten, wie sie alles nach und nach vom Grundstück trugen. An das Gefühl von Wut, Sorge, Ungewissheit, Trauer und blankem Entsetzen, kann ich mich noch gut erinnern. Damals haben viele zu uns gesagt, dass in allem Negativen etwas Positives steckt. Ich gebe zu, ich konnte das nicht so recht glauben. Doch jetzt im Nachhinein kann ich nur sagen, Sie hatten recht.

Das letzte Jahr hat uns alle sehr beeinflusst – es gibt sicherlich niemanden den die Coronakrise nicht in irgendeiner Weise herausgefordert hat. Irgendwie hat mir dieses kollektive Gefühl von Ungewissheit und Veränderung geholfen, unsere und meine Schwierigkeiten besser zu bewältigen. Ohne die Hilfe von lieben Menschen auf der ganzen Welt, hätten wir diese schwere Zeit nicht so gut überstanden.

Ich kann es nicht oft genug sagen!

Ohne eure Unterstützung hätten wir unsere Schlittenhunde nicht behalten, nicht füttern und nicht versorgen können. Ich bin euch für IMMER dankbar.

Es geht wieder aufwärts

Seit Mai diesen Jahres sind wir wieder in der Lage die grundlegende Hundeversorgung finanziell selbst stemmen zu können. Ein wunderbares Gefühl!

Johanna arbeitet in einem Projekt für die Entwicklung von Naturtourismus in unserer Gemeinde und ich arbeite selbständig mit Aufträgen im Bereich Design und Marketing. Bis Ende des Jahres haben wir eine sichere Grundlage und das gibt uns Kraft und Zuversicht. Wir haben eine Menge Ideen für die Zukunft!

An unserem ursprünglichen Ziel, am norwegischen Schlittenhunderennen, dem Finnmarkslöpet teilzunehmen, hat sich nichts geändert. Ganz im Gegenteil, die vergangen Monaten haben es uns noch deutlicher gemacht wie wichtig uns das Leben mit den Schlittenhunden ist. Ja, wir wollen an diesem Langdistanz-Schlittenhunderennen teilnehmen und unser Bestes geben. Geändert hat sich nur der Zeitplan. Wir haben den Plan um ein Jahr verschoben. Wir planen den Start nun für März 2023.

Das letzte Jahr hat uns herausgefordert, geprüft und am Ende stärker und entschlossener gemacht.

Wie haben die Hunde die Situation gemeistert?

Die Hunde sind wohl die großen Gewinner der letzten Monate! So viel Aufmerksamkeit von mir, Johanna und lieben Helfern hatten sie noch nie! Die Sommer tourten wir sonst mit Gästen durch Skandinavien. Bei 24 Stunden Sonnenlicht kein Problem.

Zu der Aufmerksamkeit können die Hunde auch herrlichstes Futter schlemmen! Lachs aus Norwegen, Sommerpate aus Schweden, geschmackreiches Trockenfutter je nach Vorliebe, frischen Fisch aus dem See, köstliche Elchknochen von den heimischen Jägern, Kauknochen und Schweineohren aus Deutschland, Rinderfett vom Bauern, frische Eier und vieles, vieles mehr. Besser hätte es für sie nicht sein können! Die Spenden haben den Hunden wunderbar geschmeckt 😊

Nach einem recht kalten Mai ist es nun im Juni sehr warm geworden. Wenn die Temperaturen über 20 Grad klettern, werden die Hunde faul und freuen sich über ein schattiges Plätzchen. Und natürlich auf ihre tägliche Spielzeit. In kleineren Gruppen können alle Hunde jeden Tag mindestens eine Stunde, gern aber länger, in den Freilauf oder in den Garten. Dort können sie spielen, rennen, toben, sozial sein.

Manche der Hunde, zum Beispiel Blizzard, Flash und Rubin sind verrückt nach Ballspielen. Das gemeinsame Spielen ist eine gute Möglichkeit sie mental zu fordern. Manche gehen auch gern Schwimmen. Da wir direkt am See wohnen können sich die Hunde an den heißen Tagen im Wasser abkühlen.

Wir genießen längere Wanderungen durch die Wälder, folgen unbekannten Pfaden und erkunden neue Gebiete. Immer auf der Suche nach neuen Trainingswegen für den Herbst und Winter.

Unser Ziel bleibt

Die Planung für die Teilnahme am großen Finnmarkslöpet über 1200 Kilometer hatte bereits 2017 begonnen. Bis dahin war ich bereits das zweite Mal beim kleinen Finnmarkslöpet über 500 Kilometer und beim Bergebylöpet gestartet, sowie bei mehreren kleineren Hundeschlittenrennen. Ich hatte viel gelernt und das Ziel wurde immer klarer. Ich möchte am längsten Hundeschlittenrennen Europas mit meinem eigenen Hundeteam antreten.

Die Entscheidung unseren Kennel für die Teilnahme am großen Finnmarkslöpet aufzubauen, bedeutete auch, dass wir mehr Hunde brauchen. Das Renngespann wird aus 14 Hunden bestehen. Um diese Anzahl zu sichern, möchten wir mindestens 20 Hunde im Training haben. Denn es kann ja immer mal ein Hund ausfallen. 2018 war klar, dass einige unserer älteren Hunde bald in Rente gehen werden. Daher planten wir 2018 zwei Welpenwürfe und es wurden 16 Welpen geboren.

Bereits damals war klar, dass wir nicht alle der 16 Welpen bzw. alle potenziellen Rennhunde behalten werden, um die Größe des Kennels gut betreuen zu können. Auch um jedem Hund gerecht zu werden. Wir wollten ca. 2 Jahre warten und sehen, wie sich die einzelnen Hunde entwickeln, wie sie ins Team passen und sich entfalten. Wie viele Hunde wir nach diesen zwei Jahren wählen würden und ein neues Zuhause suchen würden, hatten wir nicht festgelegt.

Unsere optimale Vorstellung liegt im Moment bei einem Kennel mit ca. 25 Hunden. Dabei rechnen wir unsere Hunde im Rentneralter auch mit. Diese haben ihren Platz bei uns sicher und bleiben so lange, wie es ihnen gut geht. Also war klar, dass wir die Rennteam um 3 bis 5 Hunde reduzieren würden. Die genaue Anzahl wollten wir von der Entwicklung der einzelnen Hunde abhängig machen und natürlich davon, ob wir entsprechend passende neue Zuhause finden würden, was meiner Meinung nach oftmals die größte Herausforderung ist.

Welche Hunde haben wir ausgewählt?

Für mich ist es wichtig, dass ich jedem Hund dabei helfe, sein volles Potential zu entwickeln. Ich möchte, dass sie sich bei uns im Kennel ausgeglichen und glücklich fühlen. Wir haben ein Rennhundeteam, das auf Schlittenhunderennen trainiert wird, und wir haben unsere Senioren, die ein gemütliches Leben mit Spazierengehen und frei herumlaufen genießen dürfen.

Die Senioren zeigen uns sehr deutlich, wenn sie nicht mehr im Rennteam dabei sein möchten. Sie steigen dann langsam aus und ich setze sie meist noch eine Weile als „Ausbilder“ auf kürzeren Touren ein. Leithundetraining zum Beispiel mit den jüngeren Hunden. Der Ausstieg eines älteren Hundes verläuft meist fließend und ganz natürlich. Wir haben kein gesetzlich vorgeschriebenes Husky-Rentenalter 😊

Fällt jedoch ein jüngerer Hund aus dem Rennteam – dafür gibt es verschiedene Gründe -, dann können wir diesem Hund selten gerecht werden. Die Aktivität der Senioren ist dem jungen Hund zu wenig und das Training im Rennteam ist zu viel. Ein solcher Hund bräuchte sein eigenes Training, denn er hat viel Energie, will arbeiten und laufen. Oftmals wird ein solcher Hund unglücklich, gestresst und frustriert, wenn er sieht, wie die anderen Hunde trainieren und er nicht Teil der Gruppe ist.

Storm, die eifrige Zugmaschine

Ein solcher Hund ist zum Beispiel unsere Storm. Sie ist ein richtig guter Schlittenhund. Doch die Trainingseinheiten mit dem Rennteam steckte sie nicht so leicht weg, wie die anderen Hunde. Es kostete sie deutlich mehr Energie. Warum weiß ich leider nicht genau. Ich vermute es ist ihre Gangart in Kombination damit, dass sie unglaublich intensiv arbeitet und nie gelernt hat ihre Kräfte einzusparen.

In den letzten 2 Jahren habe ich vieles mit ihr getestet, verschiedene Trainingsoptionen, Gelenk- und Muskelbehandlungen, mentales Training und vieles mehr.  Letztlich habe ich verstanden, dass ihre Grenzen dort erreicht sind, wo andere Hunde im Team noch lange nicht erschöpft sind. Ich habe mich dafür entschieden, sie aus dem Rennteam zu nehmen und für sie ein neues Zuhause zu finden.

Generell ist Storm ein sehr entspannter Hund. Sie ist einfach im Umgang, läuft gern frei und hört gut. Sie ist sehr neugierig und sozial mit anderen Hunden. Das neue Zuhause für sie sollte also jemand sein, der aktiv ist und Storm überall gern mitnehmen möchte, damit sie sich als Teil des Teams fühlt.

Wird Storm nach Süddeutschland ziehen?

Im Winter kontaktierte mich Vanessa. Sie arbeitete gerade in einem Schlittenhundekennel in Nordschweden und hatte den Wunsch einen Husky mitzunehmen, wenn sie nach der Saison wieder nach Deutschland gehen würde. Sie hatte sich schon lange einen aktiven Begleiter gewünscht. Ich erzählte ihr von Storm und bat ihr an, auf der Rückreise nach Deutschland bei uns vorbeizukommen und sich Storm einmal anzusehen. Vanessa blieb ein paar Tage, um ein Gefühl für Storm zu bekommen. Auch ich wollte Vanessa gern ein bisschen besser kennenlernen, bevor wir uns entscheiden würden. Es war sofort klar, dass Storm super zu Vanessa passt und Vanessa Storm ein wunderbares Leben bieten kann. Bereits nach einem Tag war es also entschieden und ein paar Tage später fuhr Vanessa Richtung Deutschland – mit Storm auf der Rückbank.

Storm war die ersten Tage natürlich ein bisschen irritiert. Sie hatte schließlich ihr ganzes bisheriges Leben im Rudel verbracht. Doch ihre Neugier war groß und von Anfang an genoss sie die Spaziergänge und Ausflüge mit Vanessa. Wir bekamen von Vanessa Bilder und Videos geschickt. Es war deutlich zu erkennen, wie gut es Storm ging – und dass Vanessa sie total verwöhnt.😊

Storm lebt nun also sehr zufrieden in Süddeutschland in der Nähe der Alpen.

Vanessa hat uns von ihrem Leben mit Storm geschrieben und Bilder geschickt.

”Storm hat sich wunderbar eingelebt auf dem bayrischen Land. Sie liebt es an den Feldwegen in Mäuselöcher zu springen und gespannt Rehen und Hasen hinterher zu sehen. Wenn wir gerade mal nicht draussen unterwegs sind, sei es beim wandern, der Hundeschule, am See oder einfach im Garten, dann liegt sie schlafend in meinem Bett oder ihrem Körbchen. Mittlerweile läuft sie auch super ohne Leine das habe ich jetzt in Österreich beim wandern getestet und es hat hervorragend geklappt, durch den kalten Mai hat sie sogar Richtung Gipfel noch viel im Schnee toben können.”

Opal, der sanfte Riese

Der zweite Hund, der ein neues Zuhause gefunden hat, ist Opal. Er ist einer der 16 Welpen aus 2018. Opal ist ein wunderbarer Husky und einer von Johannas Lieblingshunden, daher fiel mir die Entscheidung noch mal extra schwer. Opal ist verlässlich, energisch, nicht zu verrückt, er hat großartiges Fell, super Pfoten und immer guten Appetit. Eigentlich spricht nichts gegen ihn. Doch manchmal muss ich auf mein Bauchgefühl hören. Ich hatte einfach in den letzten 2 Jahren das Gefühl, dass er nicht für ein 1200 Kilometer langes Rennen gemacht ist. Natürlich kann ich das nicht mit Sicherheit sagen, dafür ist er noch zu jung.

Im Training fiel mir auf, dass er im Vergleich zu den anderen Hunden nicht so mühelos arbeitet und erschöpfter war als seine Geschwister. Klar, er ist ein großer Hund und auch erst 2,5 Jahre alt. Das könnte sich schon noch verändern, denn oft brauchen große Hunde länger in ihrer athletischen Entwicklung. Doch die Entscheidung unseren Kennel nach 2 Jahren zu reduzieren ist wichtig. Wichtig, damit wir den verbleibenden Hunden zu 100% gerecht werden können. Wichtig, damit das Team eine Einheit wird, und ich das Training so gestalten kann, dass sich alle dabei wohl fühlen und entfalten können. Opal zeigte weniger Spielraum nach oben als die anderen.

Für einen Hund wie Opal ein neues Zuhause zu finden ist an sich nicht schwer. Er ist ein super Schlittenhund und hat viel Potential. Er ist ein fröhlicher Husky, sozial mit anderen Hunden und einfach immer gut drauf. Ich hoffte ein Zuhause für ihn zu finden, wo er Teil eines Schlittenhundeteams werden kann – am liebsten der neue Held im Team 😊

Das kleine Hundeparadies in Südschweden

Jens, ein Freund aus Südschweden, erzählte mir, dass er gern noch einen weiteren Hund für sein kleines Schlittenhundeteam hätte. Er hat bereits 5 Hunde, davon sind 3 von uns. Sugar, Yuko und Idi hatten bereits in den letzten Jahren ein neues Zuhause bei ihm gefunden. Jens lebt mit seiner Familie in Südschweden auf einem kleinen Hügel, umgeben von ganz viel Wald. Ein echtes Hundeparadies! Sugar ist zu Jens besten und verlässlichsten Leithündin und Komplizin geworden… Idi ist seine unsichtbare Powermaschine. Bei ihr läuft immer alles rund, und sie hat nie Probleme. Und Yuko hat sich zum König des Kennels entwickelt, energisch und selbstbewusst.

Jens und ich haben uns viel über Opal unterhalten. Es ist immer schwierig sich für einen Hund zu entscheiden, den man noch nie gesehen hat. Aber Corona machte das Reisen schwierig und Jens entschied sich Opal in sein Team aufzunehmen. Im Mai plante ich zu meiner Familie nach Deutschland zu fahren und Opal mitzunehmen, um ihn bei Jens abzugeben.

Die beiden, Jens und Opal, haben sich gleich gut verstanden und auch der Rest der Familie nahm Opal freudig auf. Opal fühlte sich sichtlich wohl. Nur die anderen Hunde fand er erstmal ein bisschen gruselig, was sich aber schon bald änderte. Nach ein paar Tagen war Opal ins Rudel aufgenommen und Jens nahm ihn zu den ersten gemeinsamen Trainingsrunden mit. Jens war sehr zufrieden und Opal kann man auf jedem der Bilder seine Freude ansehen. Hier ein paar Impressionen aus den ersten Tagen.

Jens plant nächsten Winter die gesamte Fjäll-Kette mit seinem Schlittenhundeteam zu fahren, das sogenannte Vita Bandet über circa 1300 Kilometer. Vielleicht treffen wir uns in einer verschneiten Berghütte nächstes Jahr im März?

Finn, unser Riesen-Baby

Der dritte im Bunde wurde unser Finn, den wir auch gern Finny-boy nennen. Finn wurde 2016 geboren. Vor 3 Jahren entdeckten wir, dass er ein Problem mit dem Rücken hat. Der Tierarzt stellte fest, dass ihm ein Wirbel fehlt. Das muss nicht unbedingt ein Problem sein. Doch in Kombination mit seiner Größe, dem Gewicht von 31 kg und dem intensiven Training, wurde es für ihn zum Problem. Er konnte plötzlich Schmerzen bekommen und es war klar, dass er nicht im Rennteam bleiben konnte.

In den letzten 3 Jahren haben wir versucht herauszufinden welche Aktivitäten und in welcher Intensität diese gut für ihn sind. Wann sich die Schmerzen einstellen, wann sie mehr oder weniger werden und was für ihn passt. Lange Spaziergänge, gerne freilaufend, tun ihm gut. Auch das Ziehen vor einem Rad oder Kickbike, ist ok, solange man die Muskulatur langsam aufbaut und nicht zu lange Strecken fährt. Schlecht für ihn ist Rennen in tiefem Schnee und starkes Ziehen vor dem Schlitten.

Zu Anfang dachten wir, dass wir das mit ihm hinbekommen. Er würde unser Haushund werden und wir würden mit ihm leichteres Training machen. Das lief am Anfang auch gut, besonders da sich unsere Helferinnen Zoe und später Svenja gut um ihn kümmerten. Sie übernahmen die Verantwortung für Finn in der Zeit, in der sie bei uns waren und brachten ihm bei an der Leine zu gehen und auch das selbständige Laufen vor dem Rad wollte gelernt sein. Aber Zoe und Svenja blieben ja leider nicht für immer …😊 und wir stellten fest, dass Johanna und ich Finn nicht die gleiche Aufmerksamkeit geben konnten.

Nicht jeder Hund passt in einen grossen Kennel

Im Kennel war Finn von Anfang an eher ein Außenseiter. Er ist sehr sensibel und er wurde manchmal von den anderen Hunden „gemoppt“. Das klingt seltsam, aber so ist es wirklich. Es konnte vorkommen, dass Finn sich nicht mehr traute in seine Hütte zu gehen oder sein Futter zu fressen, sobald ein Hund, zwei Zwinger weiter, ihn anguckte oder anbellte. Dann traute er sich nicht mehr sich zu bewegen. Es gab nur wenige Kombinationen im Kennel, in denen er sich wirklich wohl fühlte. Mehr und mehr wurde klar, dass er sehr gern unser Haushund war, aber sich im Rudel nicht wohl fühlte. Er liebte die Spaziergänge mit uns, das Spielen im Garten und sein Hundebett zum Schlafen im Haus. Die Situation wurde immer deutlicher und ich begann über ein neues Zuhause für ihn nachzudenken.

Im Gespräch mit meiner Familie kam auf, dass sich meine Schwester schon länger vorstellte einen Hund von uns aufzunehmen. Dabei dachte sie bisher immer eher an einen Senior, der im Alter extra Aufmerksamkeit und einen Platz auf der Couch verdient hatte. Als das Thema auf Finn fiel, dachten wir gemeinsam darüber nach, ob Finn wohl ein guter Hofhund werden könnte und ob Hanna und Kris die Möglichkeit haben ihm das Maß an Bewegung und Aktion zu geben, das er braucht. Denn mit seinen 4 Jahren ist er schließlich ein Husky mit viel Energie, Neugierde und Begeisterung. Würde er ein Leben ohne das Rudel gut finden?

Finn bleibt in der Familie

Wir beschlossen es auszuprobieren. Ich nahm ihn mit, als ich zu meiner Familie nach Deutschland fuhr. Meine Schwester hatte alles für ihn vorbereitet und freute sich sehr auf ihn. Die erste Zeit war Finn etwas zurückhaltend und wirkte auch erschöpft von der Reise. Es waren viele neue Eindrücke und alles musste erst einmal verarbeitet werden.

Schnell fühlte er sich jedoch sicher in der Nähe meiner Schwester. Wir machten viele Spaziergänge in die umliegenden Wälder und ich war beeindruckt, wie ruhig und gelassen er an der Leine ging. In der großen Reithalle meiner Eltern konnte Finn freilaufen, was ihm sehr gut gefiel und es dauerte nicht lang bis er auch auf den Feldern frei sein konnte, sich sicher fühlte und gut auf meine Schwester hörte.

Hanna und ihr Freund Kris hatten sich Regeln für das Leben mit Finn überlegt, unter anderem, dass er nicht auf das Sofa darf. Ich dachte, na mal sehen, wie lang das so bleibt 😊

Wie erwartet hat Finn die beiden mit seinem Charm und Liebe fürs Kuscheln schnell überzeugt, dass Kuscheln auf dem Sofa doch viel gemütlicher ist als auf dem Boden 😊

Finn ist gut bei den beiden angekommen. Er hat sein neues Zuhause erobert, Ruhe und Geborgenheit gefunden und bekommt die Aufmerksamkeit, die ihm zusteht. Ich bin unglaublich glücklich. Diesen Sommer haben die drei eine Reise an die Ostsee geplant, zu langen Hundestränden – Finn wird es lieben!

So schön können Abschiede sein

Ich konnte guten Gewissens wieder nach Hause fahren. Mit dem schönen Gefühl, dass Finn, Opal und Storm ein tolles neues Zuhause gefunden haben.

Von allen drei Hunden bekommen wir von ihren neuen Besitzern regelmäßig Bilder und Filme geschickt. Es ist unheimlich schön, sie alle so glücklich zu sehen. Ich bekomme jedes Mal Tränen in den Augen!

Es ist nie leicht einen Hund zu wählen, der uns verlassen wird und der Abschied fällt immer schwer. Für uns ist es wichtig, den bestmöglichen Platz für die ausgewählten Hunde zu finden. Jeder Hund ist anders und daher ist die richtige Wahl des neuen Zuhauses wichtig. Wir wollen in keinem Fall, dass der Hund herumgereicht wird und mehrfach den Besitzer wechselt. Klappt es einmal nicht mit dem neuen Zuhause, dann nehmen wir den Hund wieder zu uns. Das ist eine Bedingung, die wir stellen.

Die drei neuen Zuhause von Storm, Opal und Finn passen wunderbar. Die Hunde sind glücklich, die neuen Besitzer sind glücklich und das macht uns glücklich. So macht es Freude neue Zuhause zu suchen. Ein Umzug steht noch aus für dieses Jahr, doch für diesen Abschied bleibt noch Zeit bis zum Herbst. Danach freue ich mich erstmal auf eine Zeit ohne Abschiede, auf viele Tage mit ganz viel Hunde-Alltag, Kuscheln, Training und alles was zum Leben mit unseren Schlittenhunden gehört.

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