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Leo – ein schwerer Abschied

Leo, unser Haus- und Hofhund, hat sich letzte Woche für immer von uns verabschiedet. Leo war der einzige Nicht-Husky in unserem Kennel und ganz und gar Johanna´s Hund. Mich hat er zwar repsektiert aber wenn Johanna in der Nähe war hat er nicht wirklich auf mich gehört. Es hat auch mehrere Monate gedauert bis wir Freunde wurden. 

Johanna und Leo waren von Anfang an ein Dream-Team. 

Deshalb schreibt auch Johanna diesen Blogeintrag, über Leo´s Ankunft bei uns, seinen so speziellen Charakter und warum sie ihn so schrecklich vermisst.

Ruhe in Frieden, mein dickköpfiger, treuer Mitbewohner.


Johanna´s Gedanken

Es kam eigentlich nicht überraschend. Es hatte sich schon seit einer Weile abgezeichnet. Und trotzdem macht es die Sache nicht leichter. Den Abschied von Leo, meinem treuen, sturen, herzensguten, verfressenen und einfach wunderbaren Begleiter.

Leo ist keiner unserer Huskies. Er ist ein portugiesischer Hütehund. Als wir vor 11 Jahren noch in Kainulasjärvi wohnten kam er zu uns. Das Haus, in dem wir lebten, lag abseits vom nächsten Ort. Der nächste Nachbar ca. 3 km entfernt. Damals hatten wir schon 4 Huskies. Jet und Luna, Kesik und Sapun. Wir hatten ein paar Hundezwinger zwischen die angrenzenden Bäume gebaut, direkt neben dem Haus. Und rund um das Grundstück war Wald, Wald, Wald…

Huskies sind grundsätzlich nicht gerade die besten Wachhunde. Sie haben nicht das Gefühl, sie müssten Bescheid sagen, wenn jemand kommt. Es sei denn es ist ein Tier. Aber Menschen, Autos? Kein Interesse. Jedenfalls war es bei unseren damals so. In mir wuchs der Wunsch eines Hofhundes. Ein Hund, der tagsüber draußen den Hof im Blick hat, nachts im Haus schläft und ganz einfach bellt, wenn jemand kommt. Eigentlich gab es keinen Grund dafür, wahrscheinlich war es einfach ein typisches Bild, das ein Stadtkind wie ich vom Leben auf dem Land hat.

Die Suche nach einem neuen Hund

Ich machte mich online auf die Suche nach einem Tierheim. Ich dachte, da finde ich bestimmt einen Hund, der zu uns passt. Er sollte ja auch sportlich sein, denn gerne sollte er ja auch mit auf die Schlittentouren mit den Huskies kommen. So als frei laufender Hund einfach immer dabei sein. Also suchte ich: in Norrbotten, Västerbotten, also so im näheren Umkreis von 500 km. Es gab zwar Tierheime, aber dort fanden sich nur Jagdhunde oder “Nicht-Schneetaugliche” Hunde. Einen Jagdhund wollte ich nicht, denn die sind bekanntlich gern mal “unterwegs” wenn sie eben was in die Nase bekommen. Und schneetauglich sollte er schon auch sein. Also mindestens die Größe eines Labradors, sonst wird das mit dem Mitlaufen schwierig.

Ich musste meine Suche ausweiten. Und siehe da, ich fand einen Hund, der in Frage kam. Leonardo. Ein ehemaliger Straßenhund aus Portugal. Mischling, kastriert, groß wie ein Schäferhund, viel Fell. Laut Anzeige sportlich, neugierig, freundlich, ca. 3 Jahre alt. Ich nahm Kontakt mit den Betreibern der Webseite auf und erfuhr, dass er erst vor kurzem aus Portugal nach Schweden gekommen war, nachdem sie ihn als Straßenhund in Portugal aufgenommen hatten. Sie haben ihn aufgepäppelt, kastriert und dann nach Schweden geflogen, in der Hoffnung, dass er hier ein schönes Zuhause finden würde.

Vorerst war er bei einer Familie untergekommen, die sich öfter um solche Hunde in den ersten Wochen kümmert. Bilder und Erzählungen gefielen mir sehr gut. Es fühlte sich gut an. Leonardo würde sehr gut zu uns passen. Ich rief an: “Ja, ich möchte ihn gern nehmen. Wo kann ich ihn denn abholen?” Die Antwort: “In Malmö”. Oj, wow. 1600 km einfacher Weg, also insgesamt 3200 Kilometer, um einen Hund abzuholen? Ich sah mir das Bild noch einmal an. Ja! Er gehört zu uns. Leo bekommt bei uns ein neues Zuhause.

So kam Leo zu uns

Ein paar Tage später früh morgens fuhr ich los. Im scheußlichsten Novemberwetter von nördlich vom Polarkreis immer gen Süden bis ans letzte Zipfelchen Schwedens nach Malmö. Am nächsten Nachmittag war ich da. Ich treffe die Hundesitterin und Leonardo auf einem Parkplatz, wir gehen ein bisschen Spazieren. Leo war hauptsächlich an den Hasenspuren im Feld interessiert, weniger an mir. 20 Minuten später stehen wir vor meinem Auto. Ich mach die Seitentür auf, Leo springt rein, legt sich auf den Rücksitz. Die Hundesitterin gibt mir noch eine Tüte mit Futter. Ich steige ein und fahre los. Leo hebt den Kopf und ist ein bisschen irritiert, dass die Frau und der andere Hund nicht mitkommen, aber schon an der nächsten Kreuzung beruhigt er sich, rollt sich auf dem Sitz zusammen, schnauft tief aus, macht dabei ein grunzendes, zufriedenes Geräusch und schläft ein. 

Genau dieses Geräusch fehlt mir. Es fehlt mir ganz schrecklich. Leos Markenzeichen war definitiv sein Grummeln, sein Schnarchen, sein Schnaufen, wenn er sich tief zufrieden hingelegt hat. Von Anfang an hat er nachts lauf geschnauft und inbrünstig geschnarcht. Ein Geräusch, dass so viel Ruhe ausgestrahlt hat, Gemütlichkeit, Zufriedenheit, ein Gefühl von Zuhause sein.

11 Jahre hat es mich begleitet, fast jeden Tag. Jetzt ist es nachts schrecklich leise.

Leo´s gesundheitlichen Probleme

Nachdem Leo bei uns angekommen war dauerte es nur ein paar Tage bis wir den Eindruck bekamen, dass er beim Laufen Schwierigkeiten hatte. Ich rief beim Tierheim an und fragte ob sie von Hüftproblemen wüssten. Nein, hieß es, aber bei den Straßenhunden wüsste man leider nie so genau. Viele werden lange an Ketten gehalten oder anders schlimm behandelt. Ich solle mir keine Sorgen machen, die Muskulatur würde sich bestimmt noch bilden. Hmm, dachte ich. Schnell wurde klar, dass Leo nicht wie geplant hinter unserem Schlitten herlaufen kann, er schafft weder das Tempo noch den weichen Untergrund.

Ich war enttäuscht, denn das war ja immer Grundvoraussetzung gewesen für den neuen Hund. Dass er mitkommen kann, denn nur dann können wir auch auf längere Touren gehen. Muss er zuhause bleiben, dann müssen wir ja immer zurück. Es ließ uns keine Ruhe und wir machten einen Termin beim Tierarzt. Vielleicht kann man was machen. Auf jeden Fall wollten wir wissen ob die Hüfte beschädigt ist, denn das war unsere Vermutung. 

Beim Tierarzt angekommen wurde er abgetastet, keine Auffälligkeiten, Hüfte und Gelenke ok. Muskulatur nicht sehr ausgeprägt, also vielleicht doch einfach langsam trainieren? Zur Sicherheit noch ein paar Röntgenbilder vom unteren Rücken, Hüfte und Hinterläufe.

Den Blick vom Tierarzt werde ich nie vergessen, als er mich aus dem Wartezimmer abholt, um mir die Bilder zu zeigen. Vernichtend, dachte ich nur und habe mich sofort geschämt. Nur wofür? Dann zeigte er mir die Bilder. Es war schockierend. Über 30 Schrotkugeln sah man! Alle im Hinterleib von Leo verstreut, überall. Erst verstand ich nicht, aber dann wurde es klar: Leo wurde mit einem Hagelgewehr beschossen und überall in seinem Körper steckten die Kugeln. Die meisten irgendwo im Fleisch, aber zwei ganz nah am Hüftgelenk.

Der Arzt verstand, dass nicht wir eine so grässliche Tat begangen hatten, sondern dass Leo schon als Welpe beschossen worden sein muss, denn die Kugeln waren seit langem schon eingekapselt und die Wunden verheilt. Eine OP war nicht zu empfehlen, denn es waren so viele und wie gesagt schon lange umkapselt, es würde laut dem Tierarzt nicht unbedingt nur Besserung bringen. Zum Abschied bekam ich viele traurige Blicke, ein Rezept für lebenslange Schmerztabletten und ja, mehr nicht. Da standen wir, Leo und ich, im Schneegestöber vor der Tierarztpraxis und guckten uns an. 

Leben mit Schmerzmitteln

Ich dachte “Ok, dann lass uns doch erstmal gucken wie es ihm so mit Schmerzmitteln geht. ” So bekam er jeden Tag zwei Tabletten, eine morgens und eine abends. Nach einer Woche merkten wir so langsam die Veränderung. Leo wurde fröhlicher, leichter, irgendwie befreiter. Er hatte also die ganze Zeit Schmerzen gehabt.

Gut, dachten wir, dann gehen wir es langsam an, bauen langsam Muskeln auf. Spazieren, kurze Läufe, viele Ausflüge. Und Leo wurde mit der Zeit richtig fit. Er wollte mehr und mehr mit, lief lockerer und länger, tat sich immer leichter im Tiefschnee. Nein, er war nicht so fit, dass er mit auf lange Touren konnte. Aber er hatte auch nichts dagegen manche Strecken im Schlitten zu sitzen oder auf dem Schneemobil. Und ja, so konnten wir ihn doch immer dabeihaben und unsere Touren machen. Fast zwei Jahre haben wir ihm die Schmerztabletten gegeben. Doch irgendwann bekamen wir den Eindruck, dass er sie nicht mehr braucht. Langsam gaben wir ihm weniger und weniger. Und zuletzt bekam er nur noch Schmerztabletten, wenn das Wetter umschlug oder er es mit dem Spielen übertrieben hatte. Wer hätte gedacht, dass er sich so gut entwickeln wird?

Vielleicht hat genau dieser schwierige Start unsere Beziehung so stark geprägt. Wir waren jedenfalls von Tag 1 unzertrennlich. 

Was hat Leo eigentlich zu all den anderen Hunden gesagt? Als er zu uns kam waren es 4 und als er von uns ging waren es 32. Gehörte er dazu?

Nachdem Leo ein paar Jahre bei uns gelebt hatte, hatte ich ihn endlich verstanden. Eigentlich war er nicht schwer zu lesen. Doch sein Charakter war so eigen, dass es doch ein wenig gedauert hat. Und seine Sturheit konnte einen an den Rand des Wahnsinns treiben. Damals habe ich angefangen kleine Geschichten über ihn zu schreiben. Und ich glaube die aller erste Geschichte, die Schilderung wie er zu uns kam, die passt wohl am besten, um ihn zu beschreiben. Hier kommt sie also, das erste Kapital von “Leo, der portugiesische Hütehund in Lappland ”. Die Geschichte beginnt mit der Ankunft in Lappland nach einer sehr langen Autofahrt von Malmö bis über den Polarkreis.



Kapitel 1 – Leo, der portugiesische Hütehund

“Schlittenhund? Von wegen! Ich bin ein Hütehund. Aus Portugal, ja genau aus Portugal. Damit tun sich hier alle schwer.  Von wegen “Südländer im Hohen Norden “ und so – die blöden Sprüche, schon damals als ich hier ankam. Wie die mich beglotzt haben, diese Huskies! Also ehrlich – die sollten mal bei sich selbst anfangen, diese zotteligen Eisbären!

Damals als ich endlich aus dem lauten Kasten raus durfte. Ewig habe ich da drin rumgelegen, bestimmt viel länger als sonst zwischen zwei Mahlzeiten. War bequem eigentlich – aber bisschen langweilig manchmal. Manchmal wollte ich mich dann ein bisschen bewegen, naja so hier und da mal schnüffeln. Und mal nach vorn zu dem Ding, dass so schön raschelt, und wo richtig leckere Kugeln drin sind. Mhmmm. Naja, aber dann hat das große Weibchen mit nur zwei Beinen immer gleich was gesagt. Was? Keine Ahnung, aber irgendwie klang es immer gleich. Da wusste ich dann nicht so recht. Da war ich dann unsicher. Und habe ich mich halt wieder hingelegt. Dann hat sie wieder richtig nett geklungen. Und manchmal gab es dann eins von den leckeren Kügelchen. Mmmmmhhh. Lecker. 

Naja, jedenfalls irgendwann hielt der Kasten dann an. Hat er auch schon vorher manchmal.

Dann stieg immer das Weibchen mit nur zwei Beinen aus. Da habe ich aber geguckt wohin das geht! Dann ging der Kasten da auf meiner Seite auf und das Weibchen steht da, mit dem grauen Ding in der Hand. Das kenn ich schon, die gibts in verschiedenen Farben. Dann fasst das Weibchen mich am Hals an. Aber nix mit Streicheln und so! Macht das graue Ding an mich dran. Dann endlich kann ich aus dem Kasten springen. Aber draußen kann ich nicht wie ich will. Nein, nein. Das graue Ding hat das genau raus! Da wo ich hinwill, da lässt es mich nicht hin. Dann drückt das am Hals. Aber manchmal ist mir das egal. Dann schaff ich es auch dort hin wo ich hin will, auch wenn’s drückt. Das Weibchen ist auch immer dabei. Glaub die gehören zusammen.

Das graue Ding, also da muss ich auch echt aufpassen. Also mir ist das jetzt nicht total unsympathisch oder so. Irgendwie auch ganz schön, wenn man nicht so allein unterwegs ist. Aber das Ding wickelt sich manchmal ganz plötzlich um die Beine, wenn man nicht aufpasst. Das nervt total. Habe ihm auch schon ein paar Mal gesagt, dass es das lassen soll, aber nix – kein Verständnis. Naja, daher pass ich jetzt doch besser auf.

Jedenfalls ging es dann ne kleine Runde irgendwo lang. Das Weibchen, das graue Ding und ich. Manchmal war es spannend. Was für Duftnoten! Mensch, da wäre ich gern ein bisschen losgezogen. Fein, fein, fein. Aber war leider immer nur kurz. Konnte gerade mal ein bisschen meine Note setzen, ein bisschen die Lage checken und schon wieder ab in den Kasten. War aber gar nicht so schlecht, gab immer ein paar von den leckeren Kugeln. Boah und einmal sogar richtig Futter. Das mit den verschiedenen Sorten, richtig gut! Da konnte ich dann richtig gut schlafen.

Ankunft im Norden

Ok, aber jetzt zurück zum Anfang. Der Kasten hielt also wieder an. Weibchen springt raus, Tür auf, graues Ding dran und hops raus aus dem Kasten. Dunkel wars und kalt. Also echt, so richtig kalt. Voll die kalten Pfoten. Ja und dann guck ich und da stehen die – und glotzen! Also auf das Rumgeschreie war ich echt nicht vorbereitet!

Die beiden Damen vorne warn noch ganz ok, bisschen aufgeregt. Aber ist ja klar. So einen wie mich haben die bestimmt noch nicht gesehen! Aber die zwei Jungs hinten. Also mal ehrlich! So nach dem Motto “Hej, hej, hej – was willst du denn? Häh, Häh – du ja, ja, du ja, was will du denn hier?” Und der andere immer “Ja genau, was willst Du denn? Häh, Häh, Häh?”

Das große Weibchen mit nur zwei Beinen hat dann kurz was gesagt, da waren sie kurz still, aber hat nicht so richtig geholfen. Ich habe mich dann erst mal bisschen umgesehen. War jetzt nicht so, dass man sich mit denen hätte unterhalten können, so aufgeregt wie die waren.

Da ruft die hübsche braune Dame mir zu:”Hej Neuer! Wie heißt Du denn?”

“Neuer?” denke ich. “Hat sie Neuer zu mir gesagt? Wie jetzt? Schon wieder? Bin ich jetzt der Neue hier?” Da wurde ich plötzlich bisschen nervös. Das große Weibchen mit nur zwei Beinen ist also jetzt meine neue Chefin? Hier soll ich wohnen? Hier wo es so kalt ist? Etwa mit denen da allen? Hier draußen in der Kälte?

Das neue Zuhause

Nach dem Anfangsschock ging es erstmal in die große Hütte. Puh, war ich froh. Da war es schön warm drin. Und roch nach Futter. Dachte, das kann ja nicht so schlecht sein. Die braune Dame draußen mit dem hübschen Namen Jet hatte mir ja gleich gesagt, dass ich wohl nun hier bleibe. Der Neue sein – das war ich ja schon öfter. Jedes Mal doof gewesen. Aber das große Weibchen mit nur zwei Beinen, also meine neue Chefin, die hat mir eigentlich gleich ganz gut gefallen. Auf die passe ich jetzt gut auf. Dann kann ich bestimmt bleiben und muss nicht wieder wo anders hin. Auf die habe ich jetzt am besten immer ein Auge!

Da gibt es nämlich noch ein zweites Weibchen auf nur zwei Beinen. Bei der weiß ich noch nicht so recht. Die ist jedenfalls ziemlich oft in unserer Hütte! Die kann unglaublich großartig die Ohren kraulen, boahhhh, richtig toll. Aber die kommt meiner Chefin oft viel zu nah. Da muss ich dann aber hin und dazwischen gehen. Egal wie großartig die Kraulen kann! Aber irgendwie wird meine Chefin dann immer komisch, so mit der Stimme und wedelt mit den Pfoten und so. Besser ich pass gut auf, dass die andere ihr nicht zu nah kommt! Sicher ist sicher. 

Zum Schlafen habe ich einen tollen Platz bekommen. So ein richtig großes Teil, weich, bisschen höher, genau richtig – da habe ich alles im Blick.

Aber neuerdings steht das Ding wo anders. Erst hatte ich meinen Schlafplatz bei der Chefin. Das war schön. Aber jetzt hat sie ihren eigenen Schlafplatz. Da kann ich nicht mehr hin, ist eine Wand dazwischen. Aber das andere Weibchen auf zwei Beinen, das darf da hin. Das geht doch nicht! Wie soll ich denn da aufpassen?

Nächtliche Diskussionen

Habe ein bisschen gemeckert, auch lauter so mit Rufen und Schimpfen. Aber nichts ist passiert. Da habe ich mir schon Sorgen gemacht. Vor allem weil das andere Weibchen auch da bei meiner Chefin war. Da habe ich dann nicht mehr lang gerufen und bin gleich rein. Wenn man nämlich mit der Pfote auf den Stock an der Wand haut, dann geht die Wand auf und ich komm zum Schlafplatz meiner Chefin. (Hatte ganz vergessen, dass ich das schon mal gemacht hatte. Die Stöcke sehen auch jedes Mal anders aus.) Naja, jedenfalls bin ich dann rein. Vorsichtig zur Chefin hin. Sah eigentlich nicht gefährlich aus, außer dass das andere Weibchen VIEL zu nah bei ihr war. Da habe ich richtig geschimpft! Da steht meine Chefin auf und sagt ganz laut “Leo”! Ich dann ganz stolz: “Ja. Das bin ich!” Und sie dann noch mal ganz lang “LEEEEOOOO”. Das klang dann doch eher bedrohlich.

Sie packt mich am Hals und zieht mich zu meinem Schlafplatz. Das kam jetzt echt bisschen überraschend. „Nee, nee, nee“ denke ich, „Da muss ich jetzt erstmal gucken was da los ist“ und husche wieder zu ihrem Schlafplatz. Kaum angekommen wieder das lange “LEEEEEOOO”.  Sie guckt mich an, nimmt mich wieder am Hals (diesmal nicht so fest) und führt mich zu meinem Schlafplatz. Sie klopf drauf, so nach dem Motto: “Komm, leg Dich hier hin.”. Ich denke: „Ok, na gut, wenn du das so gern willst. “ und springe auf meinen Schlafplatz. Oh, wie schön, sie streichelt mich – SOOOO schön. Und geht plötzlich weg, macht die Wand wieder zu.

„Na aber“, denke ich. „Was soll das denn?“. Ich also wieder runter vom Schlafplatz, mit der Pfote auf den Stock und rein zur Chefin. Da steht sie auch schon und wartet auf mich. Schön, wie sie mich wieder zum Schlafplatz bringt und streichelt. Schöööön.

Das ging noch ein paar Mal so, aber jedes Mal wurde das Streicheln weniger. Das war schade. Ja und dann, plötzlich, als ich gerade wieder auf meinen Schlafplatz gesprungen war, dreht sie das Ding irgendwie rum, mit mir drauf, ganz nah an die Wand mit dem Stock, so dass der Stock hinter dem Schlafplatz verschwindet. Und die Chefin auch. Ich also wieder runter und wollte wieder zu ihr rein. Aber jetzt kam ich nicht mehr an den Stock. Der Schlafplatz ist im Weg! Was soll das denn jetzt? Wie soll ich denn da aufpassen. Und wann kommt sie wieder zurück und streichelt mich?

Da habe ich mich dann mal aufgeregt. Also so richtig. Mit lautem Bellen und versucht mit den Krallen die Wand aufzukratzen. Irgendwann war ich echt müde und irgendwie wusste ich dann auch nicht mehr so ganz genau, was ich eigentlich wollte. Naja, da habe ich mich erstmal auf meinem Schlafplatz ausgeruht. „Ist schon seltsam manchmal mit meiner neuen Chefin“, hab ich noch gedacht und dann dachte ich an den großen Knochen, den ich vorhin hinten am Baum im Garten vergraben hab, genau so, dass die anderen nicht sehen konnten wo ich ihn vergraben habe…  TTZzzzzzz. TTZzzzzzzz. TTTzzzzzzz….“


Leo, ein ganz besonderer Charakter

Genau so trat Leo in unser Leben. Es gibt so viele Geschichten, die ich von ihm erzählen kann.

Wie er mit mir Kanu fährt, auf dem Schneemobil sitzt, wie er Essen klaut vom Tisch, aus der Küche, aus dem Ofen, aus der Hand, eigentlich von überall, wie er begeistert meiner Nichte das Marmeladen verschmierte Gesicht ableckt, wie er in München an der Tramstation auf Mäusejagd geht und wie er im Orkan mit mir Autofähre von Trelleborg nach Rostock fährt, wie er versucht Hühner zu herden, wie er mit Kathi bei einer Bergtour bei Gewitter im Zelt schläft, wie er auf den Lofoten mit mir auf steilen, schmalen Wegen wandert, wo er überall Knochen versteckt, warum man keine Uhr brauchte wenn Leo da war, warum er mindestens zwei eigene Sofas hatte, welche Huskies er gern hatte, wie er von allen geliebt wurde und wie er mich immer, immer, immer mit einem freudigen Schwanzwedeln begrüßt hat, egal ob ich 2 Minuten oder 2 Wochen weg war.

All das und noch viel mehr kann ich euch über Leo berichten. Und genau darum fehlt er mir so schrecklich. Denn er war der wunderbarste Begleiter, den ich mir je hätte wünschen können!

Danke Leo, für die unvergesslichen Momente und Deine bedingungslose Liebe.

/ Johanna

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