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Der geheimnisvolle 33. Hund

Bamse

Wie kommt es eigentlich, dass überall die Rede von 33 Schlittenhunden und einer Katze ist und auf meiner Webseite www.8seasonshuskies.com nur 32 Hunde abgebildet sind?

Als wir vor 3 Monaten die Rettungsaktion für unsere Schlittenhunde ins Leben gerufen haben war eine der ersten Herausforderungen, schöne Bilder von allen unseren Hunden zu machen.

Mir war wichtig, dass ihr wisst um welche Hunde es geht, sie kennenlernen könnt und ein bisschen über ihre so vielfältigen Persönlichkeiten erfahrt.

Mitten in der Planung der Webseite ging es Bamse, einer unserer Seniorinnen und „Über-Mutti“ des Kennels, sehr schlecht.

Sie hatte ein Geschwür in der Vagina das während ihrer Läufigkeit zu starken Blutungen geführt hat und noch mal größer geworden ist.

Sie hatte zwar keine Schmerzen, baute aber sichtbar ab. Der Tierarzt vermutete nach einer Untersuchung, dass es wahrscheinlich ein gutartiger Tumor ist. Es gäbe die Möglichkeit einer Operation, aber in Anbetracht von Bamses Alter (sie ist mittlerweile 12 Jahre) wäre es unsicher, ob das ihr Leben wirklich verlängern würde.

Tumore und Geschwüre sind bei älteren Huskies im Alter relativ häufig. Warum das so ist weiß ich auch nicht so genau. Wenn sie gutartig sind und nicht beeinträchtigen können viele Hunde noch lange damit gut leben.

Eine Operation mit Narkose und allem drum und dran ist vor allem für ältere Hunde sehr anstrengend. Dazu kommt, dass sich nach meiner Erfahrung oft noch weitere Tumore irgendwo verstecken, die noch nicht so offensichtlich sind. Eine Operation bei Bamse war somit nach Rücksprache mit dem Tierarzt keine Option.

Unerwartet

Also habe ich sie mit nach Hause genommen und weiter beobachtet. Sie war viel im Haus und hat die meiste Zeit geschlafen. Schweren Herzens habe ich einen Termin für eine Einschläferung gemacht.

Der Termin war in 5 Tagen. Sie war grundsätzlich noch recht fit und ich lasse gerne ein bisschen Zeit, wenn keine Schmerzen sind, um allen die Chance zu geben sich noch mal zu berappeln.

Dann kam das Webseiten-Projekt und wir haben angefangen die Bilder der Hunde zu machen. Bamse haben wir in Ruhe gelassen. Sie war am zufriedensten, wenn sie einfach auf der Couch schlafen konnte.


Bamses „Verabschiedungs – Termin“ war in zwei Tagen. Die Überschrift für den Spendenaufruf stand längst fest (…33 Schlittenhunde und eine Katze…) fotografiert haben wir aber lediglich 32 Hunde.

Und – als hätte sie es geahnt – ging es ihr von Tag zu Tag besser. Zwei Tage vor „ihrem Termin“ ist sie dann richtig aufgeblüht. Ihre Blutungen haben aufgehört, das Geschwür bildete sich wieder zurück, sie hat voller Freude gefressen, war super drauf und wollte zurück zu den anderen.

Dann möchte sie wohl noch ein bisschen bei uns bleiben. Also habe ich den Tierarzt angerufen und den Termin abgesagt. Schön!

Bamse ist jetzt 5 Jahre bei uns.

Ich habe sie von einem Musher in Nordnorwegen übernommen und sie gehört zu einer Zuchtlinie von Robert Sörlie.

Info Box

Robert Sörlie ist einer der „Super-Musher“ aus Norwegen und hat unzählige Rennen gewonnen. Unter anderem das Iditarod. Seine sehr konstante Leistung fasziniert mich. Seine große Stärke ist es, dass er immer gut drauf zu sein scheint und es schafft sein Rennteam mit seiner positiven Art zu motivieren, egal was da kommt.

Zu Anfang habe ich mir Bamse mal für ein Rennen als Leithund ausgeliehen, was allerdings nicht wirklich gut geklappt hat. Sie entscheidet selbst mit wem sie zusammenarbeiten möchte und ihr Vertrauen in mich war eher mäßig. Wir kannten uns ja auch nicht.

Ein Jahr später war klar, dass ich am 500km langen Finnmarkslöpet teilnehmen möchte und da ist es immer gut erfahrene Rennhunde im Team zu haben. So kam Bamse zu uns.

Bamse kam zu unserem Kennel

Sie war sehr scheu und schreckhaft als wir sie bekommen haben. Streicheln und Nähe hat sie verunsichert. Das passte so gar nicht zu ihrer Persönlichkeit. Wir haben uns viel Zeit mit ihr genommen und nach und nach wurde es besser.

Vor allem als Irene (unsere Haus und Hof Heilpraktikerin) sie behandelt hat.

Jetzt ist sie total verschmust, liebt es zu kuscheln und kann es richtig genießen gestreichelt zu werden.

Und auch sonst haben wir uns kennen gelernt und zusammengefunden und sie ist einige Male als Leithund in meinem Rennteam dabei gewesen. Ihre Dickköpfigkeit hat sie behalten, aber die meiste Zeit arbeitet sie gerne mit mir zusammen.

Das hat allerdings auch seine Grenzen. Von der Spur in den Tiefschnee abbiegen mag sie gar nicht, genauso wenig wie an offenem Wasser entlang Laufen. Dann klappt sie die Ohren ein und tut so als könnte sie mich nicht hören. Ich sehe genau, dass sie mich verstanden hat – aber ich habe keine Chance. Mit der Zeit habe ich entscheiden, dass ich das hinnehmen muss und versuche sie nur um Sachen zu bitten, die sie auch erfüllen kann.

Im Kennel ist Bamse der ruhende Pol und die „heimliche“ Kennelchefin. Sie ist zwar eine der ersten die bellt und Besuch anzeigt und ganz bestimmt immer noch einen Kommentar abgeben muss – aber das ist die (manchmal genervte) menschliche Einschätzung – in Sachen Hundekommunikation ist sie ungeschlagen.

Haben Hunde soziale- oder Kommunikationsschwächen kann Bamse helfen. Ihr Ausdruck ist immer ruhig und bestimmt. Sie hat noch nie Streit angefangen, ist geduldig und setzt Grenzen wo sie wichtig sind. Alle anderen akzeptieren das sofort.

Ältere und erfahrenere Hunde im Kennel zu haben finde ich sehr wertvoll. Sie leisten einen großen Beitrag für eine harmonische Atmosphäre und können mit ihrer Erfahrung die jüngeren Hunde unterstützen und vieles effektiver beibringen als ich das jemals könnte.

Ich habe insgesamt 6 Hunde deren Mutter Bamse ist. Goethe und Heine habe ich übernommen und die anderen 4 – Blizzard, Thunder, Flash und Storm – sind hier bei mir geboren.

Ich kenne einige Geschwister von Bamse und sie haben alle diese ruhige, bestimmte Art. Sie lässt sich nicht leicht stressen und ist sehr stabil. Daher habe ich sie als Mutter für die Welpen ausgewählt.

Bamse´s Wettkampf-Mentalität

Und da eine meiner Leidenschaften die Teilnahme an Rennen ist, war auch dieser Aspekt ihrer Persönlichkeit entscheidend:

Sie ist total irre bei Rennen und möchte unbedingt los, jedes Team überholen (so nach dem Motto: Kommt schon, jetzt können wir mal zeigen was in uns steckt!) und wenn wir überholt werden bellt sie ganz entrüstet die anderen Hunde an. Sie frisst und trinkt super während des Rennens, hat gutes Fell und einen stabilen Körperbau.

Sie ist nicht die schnellste im Freilauf und keine „Tempomacherin“, aber immer mit dabei und da ich Langdistanzrennen fahre ist die Geschwindigkeit nicht entscheidend, es geht eher darum konstant eine Geschwindigkeit über lange Strecken halten können. Und das kann sie.

Bamse ist eine stabile Hündin im Team und will es immer bis ins Ziel schaffen.


Neben ihren eigenen Welpen hat sie sich um alle anderen Welpen mit gekümmert und als Supermutti immer bei der Aufzucht mitgeholfen. Wenn die eigentlichen Mütter mal ne Pause brauchten hat Bamse übernommen. Sie spielt mit ihnen, macht sie sauber und zeigt Grenzen auf.

Zusammen mit Falk war sie DAS Welpen-Dreamteam! Onkel Falk und Tante Bamse waren immer zur Stelle!)

Gute Lehrmeisterin

Und nicht nur meine anderen Hunde haben viel von ihr gelernt. Ich auch.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir beim Finnmarkslöpet waren und sie eine meiner Leithündinnen.

Wir waren im oberen Mittelfeld unterwegs, alles lief richtig gut und wir waren kurz vor dem Zieleinlauf. Vielleicht noch 10 km…

Wir kamen an einen Fluss und vor uns war eine Brücke über die gerade ein Auto fuhr. Bamse hatte sich total erschrocken und wollte mitsamt dem ganzen Team die Böschung hoch und partout nicht Richtung Brücke.

Jompa war die andere Leithündin und auch sie konnte sich nicht gegen Bamse durchsetzen. Wir waren kurz vorm Etappenziel und ich dachte – komm schon Bamse – wir sind gleich da.

Ehrlich gesagt wollte ich nicht noch Hunde tauschen so kurz vor de Ziel und dachte: Das muss doch gehen!

Es endete damit, dass ziemlich viele Teams uns überholt haben, ich ewig lange mit Bamse diskutiert habe und ich am Ende mehrfach Hunde im Team tauschen musste. Bamses Unsicherheit hatte sich auf das ganze Team übertragen da ich sie nicht schnell genug aus dieser Situation geholt habe um ihr zu helfen.

Jompa musste alle Verantwortung übernehmen (auch sie war mittlerweile verunsichert) und Bamse lief nun ganz hinten im Team. Aber auch da wollte sie eigentlich nur noch weg.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren alle super drauf und wir gut unterwegs. Ich hatte aus Bequemlichkeit nicht getauscht und Bamse nicht aus der Situation geholfen.

Sie wusste ja nicht, dass es nicht mehr weit war bis zum Zieleinlauf..

Das war eine sehr wichtige und wertvolle Lehrstunde, die mir Bamse da erteilt hat:  Sehe immer den Moment – vor allem aus der Sicht der Hunde. Triff passende Entscheidungen je nach den realen Umständen, egal welchen Plan du mal hattest!

Seid 2 Jahren geniesst Bamse ihre Rente im Auslauf, auf der Couch oder als Lehrerin bei einem der anderen Hunde im Zwinger. Ich kann ihr nicht genug danken für die vielen wertvollen Unterrichtstunden die sie mir und den anderen Hunden so selbstverständlich erteilt hat.

Happy end

…für diesen Moment…

Bamse geht es nach wie vor super. Sie ist gut drauf, genießt es draußen zu sein und teilt sich momentan einen Zwinger mit Milkyway. Die hat die letzten Wochen versucht Rubin ein bisschen Manieren beizubringen und darf sich jetzt bei Bamse erholen. Sie genießt die Entspannung sehr!

Wir sind glücklich, dass Bamse noch bei uns ist und uns tatkräftig unterstützt.

Solange es ihr gut geht sind wir 33 Schlittenhunde, eine Katze und zwei Menschen in schwedisch Lappland in unserem kleinen Paradies der 8SeasonsHuskies.

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Begrenzte Anzahl

Nur noch bestellbar bis 01.07.2020

Ich habe eine neues Shirt Design entworfen. Storm, einer unserer Hunde, war die Vorlage – gekleidet mit dem Geschirr, kurz vor dem Start einer Trainingsrunde.

Der Erlös aus dem Verkauf der Shirts geht als Unterstützung direkt an die Hunde. Also wenn du die 8SeasonsHuskies unterstützen möchtest UND ein neues Shirt oder Hoodie brauchst schau dir gerne die Online Kampange an (nur noch möglich zu bestellen bis 01.07.2020).

Hier geht es zur Webseite von Seedshirt, die den Druck und Versand organisieren.
https://www.seedshirt.de/howling-husky


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crazy leo

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